B L O G
Wie das in einem Blog oder Internet-Tagebuch so üblich ist, sind die folgenden Einträge jeweils von meinen Erlebnissen, subjektiven Eindrücken und Tagesereignissen geprägt. Nicht mehr und nicht weniger. Viel Freude!
13. 04. 2012
Filmtipp: Das bessere Leben
Herzlichen Glückwunsch für diesen neuen, grandiosen Film – eine deutsch-französisch-polnische Produktion – und DANKE an die Beteiligten und die für dieses Werk Verantwortlichen.
„Anne (Juliette Binoche), etablierte Journalistin der Zeitschrift "Elle" aus Paris, schreibt zurzeit an einem Artikel über junge Studentinnen, die sich das Studium nebenbei mit Prostitution finanzieren. Bei ihrer Recherche interviewt sie zwei Mädchen, die offen und ohne Vorbehalte über ihre Erfahrungen berichten. Die Offenbarungen erschüttern die Journalistin und zwingen sie über eigene moralische Wertvorstellungen zu reflektieren. In den tiefgründigen Gesprächen mit Alicja (Johanna Kulig) und Charlotte (Anais Demoustier) beginnt sie immer tiefer in das Wechselspiel zwischen Sex, Geld und Liebe vorzudringen und entdeckt dabei eigene Sehnsüchte und Fesseln, die ihr zuvor nicht bewusst gewesen sind.“ (Quelle: www.filmstarts.de)
Das Schöne an dem Film ist, dass endlich einmal nicht die negativen Klischees der Prostitution von Gewalt und Zwang, Ausbeutung und Fremdbestimmung bedient werden, sondern es werden das Befreiende, die Lust und die Vorteile dieses Gelderwerbs beschrieben. Unspektakulär und realistisch.
Wobei ich fasziniert bin von der Macht der Kommunikation und des Dialogs: die Journalistin hört aufmerksam zu, fragt und setzt das Gesagte in Relation zu ihrem eigenen Leben und Empfinden. Und sie lässt es zu, dass eine versteckte oder zugeschüttete Seite in Ihr zum Klingen gebracht wird: sinnlich - erotisch.
Drei Lebensentwürfe, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und drei Frauen, die die Suche nach „Einem besseren Leben“ eint.
Ein nach langer Zeit sehr sehenswerter Film, der auch eine gute Grundlage für Diskussionen sein kann.
09. 02. 2012
Eisige, schöne Kälte rundum, die einlädt zu langen Spaziergängen, gut
eingepackt, an der traumhaft-schönen Ostsee:
04. 02. 2012
Die Hamburgerinnen demonstrieren für das Recht als Sexarbeiterin auf der
Straße in St. Georg zu arbeiten:
14-16 Uhr: Hansaplatz/Hamburg
Aus der Einladung: Sexarbeit braucht die Straße und nicht
Aufenthaltsverbote und Bußgelder!
Für gutes Arbeiten, auch auf den Straßen von St. Georg!
02. 02. 2012
ragazza, eine niedrigschwellige
Drogeneinrichtung auf St. Georg in Hamburg feiert 20-jähriges Jubiläum.
Einladung: hier
26. 01. 2012
Ariane, eine Sexarbeiterin aus Berlin, gab in Frau TV/WDR ein fantastisches
Interview zum 10-jährigen Prostitutionsgesetz. Bravo!
Wer mehr sehen und erfahren will: hier
24. 01. 2012
Der Senat von Hamburg hat heute die sog. Kontaktverbotsverordnung für
St. Georg erlassen und will mit einer Bestrafung der Freier (max. Bußgeld:
5.000,00 Euro) die Straßenprostitution bekämpfen und die Sperrgebietsverordnung
durchsetzen.
Ehrlicherweise sollten sie zugeben, dass sie in einem "sauberen" Stadtbezirk
leben und sich mit ihrer "anderen" Seite nicht auseinander setzen und diese
lieber woanders ausleben wollen.
Eine gefährliche Tendenz!
22. 01. 2012

Das chinesische Jahr des Wasserdrachen beginnt.....Zeit zum Aufwachen! Die
kuscheligen Zeiten in dem Jahr des Metall-Hasen sind vorbei. Doch das sind keine
schlechten Nachrichten, so gilt doch der Wasser-Drache in der östlichen
Astrologie als ein Zeichen des Wohlstands, Wachstums und Glücks. Zudem ist es
immer wieder für Überraschungen gut. Ruhig wird es in einem solchen Jahr wohl
nicht bleiben! Es packt uns in diesem Jahr der Tatendrang. Das Drache-Jahr
versorgt alle Zeichen mit Leidenschaft, Energie und einer ordentlichen Portion
Ehrgeiz. Träume, denen wir im vergangenen Jahr noch nachgehangen haben, möchten
wir endlich realisieren!
06. 01. 2012
ProfiS
wächst und gedeiht.
Es entstand im Jahre 2009 als Modellprojekt in Berlin und wird inzwischen in
mehreren anderen Städten durch die dortigen Fachberatungsstellen Prostitution
angeboten.
Inhalt sind Workshops, die in Bordellen durchgeführt werden. So können sich
Sexarbeiterinnen professionalisieren und Wissen erfragen, das in dieser
Komplexität nirgendwo sonst abgerufen werden kann. Das Geschäft wird dabei nicht
vernachlässigt.
Bis Ende 2011 sind mehr als 100 Workshops veranstaltet worden.
Weitere Infos: hier
01. 01. 2012
Seit 10 Jahren ist nun das Prostitutionsgesetz in Kraft. Niemand ist mit
seinem Umfang zufrieden, viele fordern Verbesserungen und vor allem eine
konsequente Übertragung auf die anderen Rechtsgebiete. Und trotzdem ist das
ProstG
besser als die davor bestandenen Strafbestimmungen. Den Schritt zurück will
niemand von uns gehen.
Auf das ProstG haben wir mehr als 10 Jahre warten müssen - müssen wir auf eine
weitere Verbesserung ebenso lange hinarbeiten?
Doch die Gesetze sind das eine und die Öffentlichkeit das andere. Die
Menschen und ihre Medien zu erreichen und zu informieren über unsere
tatsächlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen scheint angesichts
- der neuen Bürgerinitiativen,
- der einknickenden Politik und
- der unsäglichen, von permanenten Opfern triefenden, von eigenen ungeklärten
sexuellen Gelüsten getriebenen und Mythen und Legenden über Sex und Crime
aufsitzenden Presse
unmöglich. Da helfen nur eigene Verlautbarungen - wie die Presseerklärung von
HYDRA e. V.
Download: hier
2011/2012
"Man soll das Jahr nicht nur mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.
Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat.
Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Laßt das Programm! Und bessert Euch drauflos."
Erich Kästner
2012
20. 12. 11
Und ewig lockt das Weib!

Hier in Eckernförde als stählerne Nixe.
10. 11. 11
Prostitution und Feminismus
Die Teilnahme an der Talkshow in Wien und die anschließenden spontanen
Gespräche mit WienerInnen in der Innenstadt haben mich veranlasst, erneut über
den feministischen Aspekt in der Prostitution nachzudenken.
Zunächst eine kurze Definition:
Von der gesellschaftlichen Ungleichheit zwischen Mann und Frau ausgehend, zielt
der Feminismus auf eine verbesserte Lage der Frau und ihre faktische
Gleichstellung
in der Gesellschaft und thematisiert ihre Rechte und Interessen. Neben den
unterschiedlichen Strömungen einer feministischen Theorie verfolgt die
politische Bewegung das Ziel, die Gleichberechtigung, Menschenwürde und
Entscheidungsfreiheit von Frauen sowie Selbstbestimmung zu erreichen.
Zu Beginn der Hurenbewegung diskutieren wir über selbst verwaltete Bordelle,
über bessere Arbeitsbedingungen, sowie über Würde, Respekt und Rechte. Wir
verstanden uns als Feministinnen und schlossen uns mit anderen Frauen zusammen.
Dabei war uns mehr das GEMEINSAME als das TRENNENDE wichtig. Wir warfen alle
unsere Ressourcen in einen Topf, waren kreativ und solidarisch.
Ist diese Haltung und politische Position im Laufe der Jahre und der vielen
Veränderungen verloren gegangen?
Ich will meine Mitmenschen nicht verändern. Im Rheinland sagen wir: "Jedem
nach seinem Facon!" Ist es nicht toll, wenn jede und jeder persönlich und
beruflich zufrieden ist und alle ihre Möglichkeiten nutzen?
Ich will anschaffen gehen und dadurch meinen Lebensunterhalt verdienen. Ich übe
einen respektablen Beruf aus, der mir viel Knowhow und Fertigkeiten abverlangt
und wo ich meinen Kunden viel Gutes tun kann. Und ich möchte einmal in einem
öffentlichen Auftritt hören, dass das auch GUT SO IST.
Nicht: Ja - aber! z. B.: Ich bin für die Abschaffung der Prostitution,
aber für die Prostituierten. Wie soll das gehen?
Nicht: Ja - aber! z. B. Ich glauben Ihnen, aber Sie sind die Ausnahme -
alle anderen SexarbeiterInnen sind anders.
Ja, aber ......... die Welt ist bunt und nicht schwarz-weiß.
Wir Frauen werden uns wieder mehr zusammen schließen müssen!
09. 11. 11
Während Prostitution in Deutschland - scheinbar - konfliktfrei und geregelt
vonstatten geht, brennt es bei unseren europäischen Nachbarn: eine
Gesetzesflut scheint über sie hereinzubrechen, angefangen vom totalen
Verbot des Straßenstrichs, über die Verfolgung der Kunden bis hin zur
Registrierung von SexarbeiterInnen.
So trat am 01. 11. 2011 z. B. das Wiener Prostitutionsgesetz in Kraft
und bringt bedeutende Einschränkungen für alle Beteiligten im Sexgewerbe mit
sich. Darüber wurde im ORF2 - Club 2 - diskutiert.
Und ewig lockt das Weib!

Aus Pralinen und Mozartkugeln - in Wien.
06. 11. 11 ROCKEN & HOCKEN
Schaut man über die deutschen Grenzen, so stellt man fest, dass in jedem
Land der EU Prostitution anders gesehen, geregelt und sogar verboten wird.
Von einer Einheitlichkeit in der EU sind wir weit entfernt.
In Deutschland meckern wir viel über das ProstG, die fehlende Umsetzung auf
die anderen Gesetze und auf die einzelnen Bundesländer und Kommunen; der
Blick über den Tellerrand zeigt uns jedoch: es geht auch schlimmer.
Veronica Munk von TAMPEP-Germany/INDOORS aus Hamburg hat uns bei der
bufaS - Fachtagung "Prostitution" einen guten Überblick über die Situation
in den einzelnen Ländern verschafft und uns aufgefordert, den konservativen
und repressiven Strömungen in ganz Europa mehr entgegen zu setzen, also:
mehr zu ROCKEN!
In Wien, der Hauptstadt Österreichs, trat z. B. zum 01. 11. 11. das neue
Prostitutionsgesetz in Kraft und
- verbietet weitestgehend die Straßenprostitution,
- hat die Bestrafung von Kunden von Straßenprostituierten eingeführt,
- hat die Registrierung aller SexarbeiterInnen bei der Polizei beibehalten -
neben der regelmäßigen Untersuchungspflicht beim Gesundheitsamt auf STI und
HIV/AIDS
- und hat Regelungen für die Konzessionierung von Bordellen aufgestellt.
Download Vortrag: hier
22. 09. 11
Wir haben
den Papst gebührend begrüßt und ihn in unseren beliebten
Ganzkörperkondomkostümen auf die Notwenigkeit der Benutzung von Kondomen zum
Schutz vor Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten und HIV/AIDS aufmerksam
gemacht. Außerdem haben wir herausgestellt, dass Kondome nach wie vor wichtige
Arbeitsutensilien in der Sexarbeit sind.
Die "alte" AG Gesunder Kunde in Aktion:

01. 07. 2011
Es ist in aller Munde:
10 Jahre Prostitutionsgesetz: Das Gesetz zur Regelung der
Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz - ProstG) wurde am 19.
10. 2001
im Bundestag verabschiedet. Am 20. 12. 2001 nahm es die Hürde des Deutschen
Bundesrates und trat am 01. 01. 2002 in Kraft. In einem glückstaumeligen Gefühl
feierten wir nach den vielen Jahren der vergeblichen Mühen, langwierigen
Verhandlungen, Irrungen durch die Politik und unermüdlichen Engagements. Und
unmittelbar danach demonstrieren wir eindrucksvoll vor dem Bundestag und taten
unseren Unmut kund, denn dieses Gesetz erfüllte kaum unsere Erwartungen. Es
beruhte auf einen - faulen - Kompromiss.
DAS IST NICHT GENUG.
Das Gesetz gab uns erstmals das Recht auf unseren Lohn, ließ Bordelle seriös
führen und eröffnete die - theoretische - Tür für Arbeitsverträge und als Folge
davon auch die Einbindung in die Sozialversicherungen. Aber als Bundesgesetz
enthielt es keinerlei Regelungen für die anderen Gesetze, wie Baurecht,
Gewerbeordnung, Steuergesetze, Aufenthaltsgesetze, etc.
Wir hatten mehr Rechte erhalten, als wir davor hatten - aber gleichzeitig waren
wir wie bisher meilenweit davon entfernt, gleichberechtigt zu sein mit anderen
Selbstständigen und Arbeitsnehmern. Wir konnten uns nicht richtig freuen, aber
waren auch nicht total leer ausgegangen.
Seitdem erleben wir die Konsequenzen dieses Kompromisses: einzelne Kommunen und
bestimmte Länder legen nach ihrem Gusto die unterschiedlichen Gesetze aus und
lassen sich dabei keineswegs von dem Paradigmenwechsel des ProstG leiten und
sind sich auch - z. B. im Steuerrecht - nicht zu fein, ohne Rechtsgrundlage eine
neue Spezialsteuer, das Düsseldorfer Modell, flächendeckend einzuführen. Trotz
unserer Forderungen und Versprechungen aus dem Bundesfamilienministerium wurde
bis heute nichts nachgebessert. Ob bis zum 10-jährigen Jubiläum noch etwas
passieren wird?
27. 07. 2011
Und ewig lockt das Weib!
Puh, ist
das heiß in Berlin.
02. 06. 2011
Wie jedes Jahr, so begehen wir auch
heute den Internationalen Hurentag und erinnern an
den mutigen Schritt der französischen Kolleginnen, als sie im Jahre 1975 durch Kirchenbesetzungen an die Öffentlichkeit
gingen und sich für ihre Rechte einsetzten.
bufas e. V. (das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und
Sexarbeiter) forderte in seiner Erklärung zum Internationalen Hurentag:
Rechtsicherheit statt Repression.
download hier
26. 05. 2011
„Auch eine 1000 Meilen lange Reise
beginnt mit einem Schritt.“
Laotse
Im Rahmen des Modellprojektes "Fortbildung für Sexarbeiterinnen in Clubs und
Bordellen" ProfiS fand die
erste Auswertung der III. Staffel von Workshops mit den Trainerinnen aus
Frankfurt/Main, Bochum und Hannover statt und bestätigte, dass ein spannender
Weg begonnen wurde.
23. 04. 2011
„Lerne, im Kleinen das Große zu
erkennen,
im Wenigen viel zu sehen.“
Laotse
15. 02. 11
Die Arbeit als Sexarbeiterin oder Sexualbegleiterin mit älteren oder
körperlich-seelisch eingeschränkten Kunden ist etwas ganz besonderes:
Sie nehmen ihre körperlichen und erotischen Bedürfnisse und ihr Recht auf
Sexualität ernst und wollen diese auch befriedigt wissen. In der Organisation
werden sie - glücklicherweise - inzwischen mehr und mehr unterstützt von ihrem
Umfeld, seien es nun Pfleger oder Angehörige. Denn auch sexuelle Übergriffe, wie
z. B. an die Brust oder in den Schritt fassen, verbale sexistische Attacken oder
der nächtliche "Besuch" von Mitbewohnerinnen in deren Bett können auch als
deutliche Signale und Ausdruck für bestimmte Wünsche gedeutet werden.
Neben der privat ausgelebten Sexualität kann Prostitution eine Lösung sein. In
den geschilderten Fällen ist sie oft die einzige; denn die Männer leben schon
lange allein und können Sexualpartner kaum kennen lernen, weil sie das Bett
nicht verlassen können oder nicht mehr aktiv sind.
Für Sexarbeiterinnen ist der Besuch eines Kunden in einem Seniorenzentrum eine
Form des Haus- und Hotelbesuchs. Er unterscheidet sich jedoch dadurch, dass
meist die Verhandlungen über Zeit, Service und Geld mit anderen erfolgt und eine
gewisse Anonymität nicht mehr gegeben ist. Auch weiß oft das gesamte Personal
Bescheid; erfreulicherweise gehen diese mit der wachsenden Erfahrung auch
sachlicher und offener mit der Situation um.
Besonders ist die Arbeit aber wegen der größeren Wertschätzung, die Huren meist
von diesen Kunden erhalten. Die genießen den Service mehr als viele anderen, die
ihn "abreißen" wie einen Pflichttermin oder den Besuch an einer Currybude. Man
merkt, dass der Kunde den Service länger erwartet hat, "ausgehungerter" ist und
ihn tiefer spürt und genießt. Denn der sonstig gelebte Leistungsdruck (höher,
schneller, öfter - mehr) fällt hier weg und Grundbedürfnisse, wie Nähe und
Kontakt werden wichtiger.
Interessant ist ein Blick in Art. 3 der Pflege-Charta, in der 200 Experten Empfehlungen für die Rechte von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen verabschiedet haben. Danach ist die sexuelle Selbstbestimmung ein verbrieftes Recht: "Über die Art und Weise intimer und sexueller Beziehungen und Aktivitäten entscheiden Sie selbst, soweit dadurch Rechte anderer Personen nicht verletzt werden."
Hier eröffnet sich - langsam - für Sexarbeiterinnen ein neues Arbeitsfeld!
21. 01. 11
„Ein bisschen mehr Friede und
weniger Leid,
etwas mehr Güte und weniger Streit.
Ein bißchen mehr Liebe und weniger Neid
etwas mehr WIR und weniger ICH,
ein bißchen mehr Kraft, nicht so zimperlich.
Viel mehr Blumen während des Lebens,
denn auf den Gräbern sind sie vergebens.“
(J.
R. Becher)
12. 01. 11
Denke immer daran,
dass es nur eine wichtige Zeit gibt:
Heute. Hier. Jetzt.
Tolstoi
Ein neues Jahr beginnt. Es soll für Alle Glück und Gesundheit bringen. Ich wünsche viel Freude mit und in der Sexarbeit.
Di. 01. 12. 09
Alle Jahre wieder:

Mo 16. 11. 09
Es liegt was auf dem Grill!
Fr. 13. 11. 09
"Der Quell der Liebe ist uns unbekannt,
doch wächst sie stetig an.
Lebende können durch sie zugrunde gehen,
und tote werden durch ihre Kraft wieder lebendig...
Muss denn Liebe, die einem im Traum vorkommt,
notwendig unwirklich sein?"
Tang Xianzu (1550 - 1616)
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So. 01. 11. 09
Heute beginnt eine wichtige Ausstellung: KünstlerInnen
haben sich mit dem Thema Prostitution auseinander gesetzt und präsentieren
jetzt in den Schaufenstern des umstrittenen Sexkaufhauses SLD an der Berliner
Potsdamer Str./Ecke Kurfürstenstr. ihre Arbeiten. Damit wird ein neues Ansatz
verfolgt, über Prostitution aufzuklären, in einem neuen Licht dazustellen und
die Anwohner, Prostituierten, Kunden und Betreiber in ihrem "Zusammenleben
und Arbeiten" zu unterstützen.

Vollständige Einladung als pdf-Datei: download hier
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Di. 29. 09. 09
"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird;
aber soviel kann ich sagen, es muss anders werden,
wenn es gut werden soll."
Georg Christoph Lichtenberg (Schriftsteller + Physiker)
Mi. 23. 09. 09
Man höre und staune: Am 17. 10. 2009 wird in Berlin der 1. Feministische Pornofilmpreis Europa
verliehen. Mit der "Auster" werden Filme prämiert, die sich durch
eine sexpositive Darstellung der vielfältigen sexuellen Ausdrucksweisen
weiblicher Lust auszeichnen. Initiatorin ist Dr. Laura Merrit
von Sexclusivitäten.
Sie will mit dieser Preisverleihung den Pornomarkt revolutionieren und mit dazu
beitragen, dass sexuellen Phantasien frauenfreundlich und einvernehmlich in
Filmen dargestellt werden. Dafür hat sie ein Gütesiegel mit feministischen
Kriterien erstellt; die Mindeststandards werden erfüllt, wenn z. B. die weibliche
Lust im Mittelpunkt steht und auf eine Vielfalt der Körper und der
Praktiken gesetzt wird. Eine wirklich spannende und lustvolle Geschichte!

Mo. 21. 09. 09
Ein Beitrag zur kommenden Bundestagswahl:
Haben sie sich inspirieren lassen von folgendem Plakat:
Ban
Ying e. V. entwickelte anlässlich der Fußballweltmeisterschaften 2006 mit
diesem Plakat eine Informations-Kampagne zum Thema
"Zwangsprostitution". www.verantwortlicherfreier.de
So oder so: Treffe die richtige Wahl!
Sa. 12. 09. 09
In einem meiner nächsten Leben könnte ich Rennfahrerin werden!
Mit
diesem gelben LOTUS habe ich schon mal geübt. Wenn also jemand diesen
schicken Flitzer durch die Stadt hat fliegen sehen, enorm schnell
beschleunigend, rasant bremsend und zielsicher um die Kurven und Ecken
preschend ... dann war ich das. Zugegebenermaßen als Beifahrerin - mit meinem
Profi-Fahrer Stefan. Aber: ein Erlebnis der besonderen Art!
Mi. 09. 09. 2009
P R O S I T !

Man muss sicher auf festem Boden
gehen können,
ehe man mit dem Seiltanzen anfängt.
Sa. 05. 09. 09
Noch eine wichtige Demo: Die Anti-Atomkraft-Demo
Fr. 04. 09. 09
Demo auf dem Straßenstrich in Berlin prangert Gewalt an
Ein unsägliches Klima breitet sich aus: die KollegInnen
auf dem Straßenstrich in der Frobenstr. und
Kurfürstenstr., z. T. Transgender und Migrantinnen, werden zunehmend Opfer von
körperlichen und seelischen Angriffen. Und alle schauen zu.
Sexworker-Solidarität download hier
Do. 03. 09. 09
Runde Tische verleihen allen Beteiligten ein persönliches Gesicht. Und ob man
will oder nicht: man kommt sich näher, erfährt mehr vom anderen, erlebt ihn/sie
in anderen Facetten. Und wenn es Alle ernst nehmen mit einem Runden Tisch, dann
müssen alle aufeinander zu gehen und nach einer
Lösung im Interesse von Allen oder der Sache suchen. Und es geht um Regelungen
für die Zukunft.
Runde Tische sind so eine spannende und zukunftsträchtige Herausforderung -
besonders wenn es sich um Runde Tische "Prostitution" oder
"Sexuelle Dienstleistungen" geht. Sie helfen mit, den Gesetzesauftrag
des Prostitutionsgesetzes in die Praxis umzusetzen und die Gesetzeslücke,
nämlich die Übertragung auf die nachgeordneten Gesetzes, zu schließen. Nach dem
grandiosen Erfolg des "Runden Tisches Prostitution" in Dortmund
folgen nach und nach weitere Städten (Hannover, Berlin und jetzt Hamburg)
dieses Beispiel. Viel Erfolg!
Di. 01. 09. 09
"Es gibt keinen Tod.
Es gibt nur den Übergang in eine andere Welt."
Nach dem Motto "Das Leben soll sein, wie eine gute Show." nahmen wir Abschied von Scotty von der Ufa-Fabrik. Als kreativer Kopf mit mutigen Schritten in skurrile und verrückte Welten fehlt er mir schon lange. Ich werde ihm in einem anderen Leben wieder begegnen!
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Sa. 29. 08. 09
Ich muss doch mal eine Lanze brechen für die FREIER: das sind keine
ekligen, stinkenden, perversen, hässlichen, alten, einsamen, minderbemittelten
Männer, die sonst keine abkriegen! FREIER sind Teil unserer
Gesellschaft. Sie sind der freundliche Nachbar, der geliebte Vater, der
allerbester Freund, der kompetente Kollege, der immer hilfsbereite Bruder, der
seriöse Priester, der intellektuelle Lehrer, der freigeistige Rechtsanwalt und
vielleicht sogar der eigene Ehemann oder Partner. Die eine Sexarbeiterin kommt
eher mit dem einen Typus klar und die andere eben mit dem anderen. Immer nach
dem Motto: Auf jeden Topf passt ein Deckel.
Wenn es zu den FREIERN so viele Klischees gibt, die sich auch noch
hartnäckig halten, trotz anders lautender Statements erfahrener
Sexarbeiterinnen, frage ich mich eher: Was sagen die Klischees über die
jeweilige Person aus, die sie vertritt? Woher kommt dieses, meist negative
Bild? Und was befürchtet die Person für sich selbst, wenn das Klischee
zerplatzt?
Vielleicht könnte dann ein vielfältigeres Bild der Freier entstehen
und zudem allgemein ein Klima, in dem eigene, vielfältige Facetten akzeptiert
werden können?
So oder so: ich mag meine Kunden und bin gerne mit ihnen zusammen!
Mo. 24. 08. 09
Und
schon sind die Ferien vorbei!
Mi. 19. 08. 09
Das Leben ist soooooooooo schön! 
Fr. 14. 08. 09
Rund und süß 
Mo. 10. 08. 09
Lasst
uns die Sprachlosigkeit überwinden!
Do. 06. 08. 09
Ist Prostitution auch Akrobatik? 
So. 02. 08. 09
Gib
mir Dein Geld und wir machens`s.
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Di. 28. 07. 09
"Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben,
besteht in der Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen."
Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852)
Mo. 27. 07. 09
Wer nach den Aufregungen der letzten Tage um die Flatrate-Puffs und
Arbeitsbedingungen für Sexarbeiterinnen - besonders unter so rigiden,
diskriminierenden, rechtlosen und respektlosen Bedingungen der deutschen
Behörden und Politik - ein Bild über die Schwedischen Verhältnisse machen
möchte, dem sei das tolle Video von Pye Jacobsen,
einer Schwedischen Kollegin, auf Youtube
angeraten. Sie beschreibt das Schwedische Prostitutionsgesetz und deren
Konsequenzen.
Wollen wir Verhältnisse wie in Schweden?
So. 26. 07. 09
FLATRATES überall!
Flatrates sind in vielen Branchen seit Jahren etabliert: fast jeder telefoniert
mit einem Flatrate-Vertrag oder surft im Internet 24 Stunden lang für einen
Preis, brancht oder verzehrt in Restaurants nach dem
Motto "All you can eat", fährt mit der Bundesbahn für 29 Euro durch ganz
Deutschland oder fliegt sogar für 1 Euro um die halbe Welt, verbringt die
schönsten Tage des Jahres in einem Urlaubsressorts mit dem Vorteil "All Inclusive" oder bucht drei Wochen für den Preis von
zwei.
Und immer glauben die Kunden, ein Schnäppchen gemacht zu haben.
Nach der ersten Euphorie und negativen Erfahrungen raten heute Verbraucherzentralen schon mal zu einem näheren Hinsehen und einer genaueren Prüfung der Angebote. Nichts desto trotz: die Kunden lieben und schätzen Flatrates.
Die Prostitutionsbranche hat diese Werbe- oder auch Geschäftskonzepte erst
spät aufgegriffen. So ist seit einigen Jahren immer mal wieder von
Schnäppchentagen, Sonderaktionen, Seniorenrabatten und auch von Flatrates zu lesen - keineswegs erst seit der so genannten
Wirtschaftskrise. Und auch hier böte sich ein Hinweis der Verbraucherschützer
an, das Angebot klug zu prüfen und in Relation zu setzen zu seinen eigenen
Wünschen und Ansprüchen, wie auch das Preis-Leistungs-Verhältnis unter die Lupe
zu nehmen.
Denn: Wenn auch alle Sonderangebote dem Kunden
suggerieren sollen, er bekomme die Leistung fast UMSONST, rechnen muss es sich
im wirtschaftlichen Sinne immer. Es ist doch ein Geschäft!
Oder: "Eine Hochzeitsnacht für einen Heiermann"
gab es damals und gibt es heute nicht.
Erstaunlich bleiben die politische Aufgeregtheit, die moralische Empörung und der enorme Medienhype wegen der "Flatrate-Puffs". Und sie erinnern an die Kampagne vor der Fußballweltmeisterschaften 2006, als die Behauptung, es würden "40.000 Zwangsprostituierte" anreisen, zu blindem Aktionismus und der Diskreditierung der gesamten Prostitutionsbranche führte. Trotz größter Bemühungen und Finanzierung enormer politischer Werbekampagnen wurde damals keine der behaupteten "Frauen in Not" gefunden, aber wieder einmal "verbrannnte Erde" hinterlassen. Im Gegensatz dazu konnte solch eine Energie bis heute von niemandem aufgebracht werden, um der Branche gleiche Rechte wie anderen Beschäftigten, Selbstständigen oder Gewerbetreibenden einzuräumen, geschweige denn Rechtssicherheit zu gewähren.
Die heutige Kampagne ist Teil einer größeren Kampagne und Ausdruck des allgemein zunehmenden Konservatismus in Vorbereitung auf die kommenden Bundestagswahlen. Da sollten wir uns genau überlegen, wo wir unser Kreuzchen machen!
Wen das Thema "Flatrate-Puffs" detailliert interessiert, findet
hier fachkundige Stellungnahmen:
Download: Offener Brief der
Bordellbetreiberin des Pussy Cat
Download: Anzeige der Sexarbeiterinnen und von Dona Carmen in der Süddeutschen Zeitung vom 21. 07. 09
Download: Offener Brief von SexarbeiterInnen und den Fachberatungsstelen für
Prostitution
Sa. 19. 07. 09
Die Göltzschtalbrücke bei Mylau
(in der Nähe von Zwickau in Sachsen) ist nicht nur seit kurzem ein Wahrzeichen
der Ingenieurbaukunst - sie wurde von 1846 bis 1851 u. a. aus mehr als 26
Millionen (!) Ziegeln erbaut -, sondern ganz besonders beeindruckend wegen
ihrer Stabilität und ihrer symbolischen Bedeutung: sie verbindet und
überbrückt.


Mi. 07. 07. 09
Erst setzte die Stadt Hof ihm ein Denkmal. Das größte Denkmal in
Deutschland für die Demokratie und Pressefreiheit. Jetzt stört es sie,
weil keiner das Denkmal verstehe und weil es den Platz quasi tot mache, weil
ein Cafe es nicht mit Stühlen und Festen beleben könne.
D. h. es wird in Hof kräftig diskutiert über Abbau und Kosten und den Sinn oder
Unsinn dieses Denkmals. Das Wirth-Denkmal wurde im Jahre 1998 für einen seiner
berühmtesten Söhne, den Publizisten, Juristen und Politiker Johann-Georg August
Wirth zum 150. Todestag errichtet.. Das Denkmal hat
die Form einer gewellten Zeitungsseite, auf der die Wort "Deutsche
Tribüne" lesbar sind und es ist begehbar.
Ich bin für den Erhalt dieses tollen Denkmals, aber zusätzlich für eine
entsprechende Tafel mit allgemein zugänglichen Informationen.


So. 05. 07. 09
DAS ERSTE zeigte eines der schönsten und realistischsten Filme über
Prostitution. "Princesas" oder
"Prinzessinnen der Straße" des spanischen Regisseurs Fernando
Leon de Aranoa berichtet vom Leben und Arbeiten auf
dem Straßenstrich in Madrid, den ganz normalen Träumen und Vorstellungen der
spanischen Kolleginnen und ihrer Freunde und Familien. Im Mittelpunkt stehen
die junge spanische Caye, die dem Job nur eine kurze
Zeit nachgehen will, ihrer Familie natürlich nichts davon erzählt und sich
nichts sehnlicher wünscht als eine größere Brust, weil sie damit glaubt mehr
Kunden haben zu können. Gleichzeitig träumt sie von einem "normalen"
Freund, der sie von der Arbeit abholt. Durch Zufall lernt sie Zulema aus der
Dominikanischen Republik kennen, die ebenfalls auf dem Straßenstrich arbeit, aber illegal im Land ist und u. a. auf der Suche
auch Papieren ausgebeutet und misshandelt wird. Sie freunden sich an und
stellen fest, dass sie mehr verbindet als trennt: weg ist die vorherige
Konkurrenz und der Rassismus.
Schöne Szenen spiegeln das "wahre Leben" und zeigen viele Parallelen
zur Prostitution hier in Deutschland oder besser gesagt: weltweit.
Fr. 03. 07. 09
" Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."
Franz Kafka
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G E S U C H T:
Herrlich reife, schlanke, sehr große, sehr anspruchsvolle und
extravagante Lady mit wirklich betörenden Augen von
studiertem Genießer gesucht!
Angebote erbeten an Tel. oder MMS: 0179 - 43 400 36
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Mo. 29. 06. 09
HURRA - das Urteil ist rechtskräftig.
Wir haben es vorher gewusst, aber uns nicht darauf verlassen und wollten
die 100%-ige Sicherheit: die Frist zur Einlegung des
Widerspruchs gegen das positive Urteil in Sachen "Salon Prestige"
bzgl. des Baurechts ist verstrichen. Das Bauamt bzw. das Bezirksamt von
Charlottenburg-Wilmersdorf legte keinen Widerspruch ein. Damit ist das Urteil
rechtskräftig.
Aus juristische Sicht hat es weit über diesen
Einzelfall hinaus Bedeutung und geht schon jetzt in die
Prostitutions-Rechtsgeschichte ein.
So. 28. 06. 09
"Die Fähigkeit zum Kampf,
wird im Kampf gewonnen."
Nelson Mandela
Do. 25. 06. 09
FREIER aufgepaßt!
Ein Comic der Berliner Tageszeitung deckte auf: eine Ehefrau fand im
Internet-Chat die Verwertung einer Hure über ihren Ehemann als Freier.
Neben der Zensierung von Lehrern, Dozenten, Restaurants und Hotels, aber auch
den grässlichen, anonymen Berichten über Sexarbeiterinnen gibt es jetzt
zusätzlich die über Kunden von Prostituierten. Auf "F...
mich.de" gibt es die Rubrik: "Huren bewerten ihre Freier".
Es bleibt abzuwarten, wie die Ehefrauen darauf reagieren!
Di. 23. 06. 09
Laßt uns den Wind nutzen und Fahrt aufnehmen!
So. 21. 06. 09
Meer - Meer - immer wieder Meer:
Das
ist ein Flirren und Glitzern. Belebend und erregend!
Inzwischen wurde das Wattenmeer an der Nordsee auch als Weltnaturerbe
anerkennt. Das Welterbekomitee der UNESCO hat in
Sevilla die Wattenmeer-Nationalparke
von Schleswig-Holstein und Niedersachsen und das Wattenmeer-Schutzgebiet der
Niederlande als Naturlandschaft von universellem Wert in die Welterbeliste der Menschheit aufgenommen.
Fr. 19. 06. 09
Meine Freundin hat Geburtstag und den feiern wir kräftig und gebührend,
weil:
Sie ist 46 Jahre alt geworden und das ist alt, um nicht zu sagen ur-alt.
Hieß es nicht mal: Trau keinem über 30?
Ja, und sie arbeitet als Sexworkerin. Da spielt das
Alter eine ganz besondere Rolle. Es hießt doch immer: Kunden wollen nur
Frischfleisch!
Aber ich bin noch viel älter, sozusagen. stein-alt!
Wir könnten uns ja auch mal Gedanken über ein Seniorenheim für
Sexarbeiterinnen, die allgemeine Altersabsicherung von Huren, den Markt (im
allgemeinen und den der Prostitution im besonderen) mit seinem Wahn nach Jugend
und Schönheit machen....MORGEN! - Heute
feiern wir.
Sa. 13. 06. 09
NITRIBITT - der wohl bekanntesten und immer wieder mit Skandalgeschichten
und Vermutungen über politische Verwicklungen diskreditierten Hure wurde jetzt
mit einem Theaterstück gedacht:
- 52 Jahre nach ihrer Ermordung (die Tat wurde bis heute nicht
aufgeklärt!!!),
- nach deren "Aufarbeitung" in Filmen und Büchern,
- nachdem erst im Dezember 2007 ihr Schädel vom Frankfurter Kriminalmuseum
freigegeben und am 10. Februar 2008 in ihrem Grab in Düsseldorf beigesetzt
werden konnte.
So oder so: sie war sicher eine beeindruckende und nicht nur in
wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreiche Kollegin.
Das MAGMA-Theater Spandau hat sich
mit der Kolportage-Revue "Nitribitt - von Huren
und Männ(s)chen"
sowohl mutig dem Prostitutionsthema zugewandt, als auch die begeisterten
Zuschauer zurückversetzt in die Zeiten des Wirtschaftswunder-Deutschland mit
Nylons, Rock ´n Roll, Träumen von einer heilen Welt und einer inzwischen doch
weitestgehend überholten Moralvorstellung. Danke für den unterhaltsamen Abend.
Dort hieß es u. a.:
"... wir haben den Kaiser überstanden, den Österreicher, zwei
Weltkriege, wir werden auch eine Frankfurter Nutte überstehen..." Ob
das heute auch noch gesagt würde?
So. 07. 06. 09
Ehemalige Stöckel gefunden!
Offensichtlich wurden sie nach einer durchtanzten Nacht, - mit schon abhanden
gekommenen Absätzen, stark ramponiertem Plastik-Lack und ausgebeult von
vielleicht nicht passenden Füßen -, abgestellt und stehen jetzt einsam am
Straßenrand der Motzstr. in Berlin-Schöneberg. Die Besitzerin oder der Besitzer
mögen sich kümmern!
Di. 02. Juni - INTERNATIONALER HURENTAG
Seit 1975 feiern wir am heutigen Tag unsere Leistungen in der täglichen
Arbeit und unseren Einsatz um Respekt und Rechte als SexarbeiterInnen.
Wir erinnern uns aber auch an den 2. Juni 1975, an dem unsere französischen
Kolleginnen zunächst in Lyon und dann in anderen Städten Kirchen besetzten, um
auf ihre katastrophale Situation aufmerksam zu machen, die insbesondere geprägt
war durch Gewalt und Willkür von Seiten des Staates.
Auch heute kann man noch nicht von Gleichberechtigung sprechen.
Ich liebe das Leben, den Regen, den Wind. Ich liebe Bach, Vivaldi.
Ich liebe Jean-Roger Caussimon, Brel, Brassens,
Greco.
Ich liebe auch Serge Lama, Francoise Hardy.
Ich liebe Kinder, meine Kinder.
In ihren Bewegungen entdecke ich das Leben.
Ich liebe mein Haus und koche gern für meine Freunde.
Ich liebe es, einen ganzen Abend lang zu lesen.
Ich gehe gern ins Kino und ins Theater.
Ich liebe die Wärme meiner Freunde, ich mache gern Geschenke.
Ich liebe es, hübsch auszusehen und habe Spaß daran.
Ich lieb einen Mann.
Ich bin also eine Frau wie Sie?
Verzeihen Sie diese Beleidigung: ich bin eine Prostituierte.
(Aus dem Buch von Barbara/Christine de Coninck, Die geteilte Frau)
Natur - Natur - immer lockt uns nur: die Stimme der NATUR!
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13. - 15. 05. 09
Sexarbeit ist Arbeit. Unter diesem
Motto fand in Dortmund die 40. Fachtagung Prostitution mit SexarbeiterInnen,
MitarbeiterInnen verschiedener Beratungsstellen, die
mit Prostituierten zusammen arbeiten, Vertreterinnen der Gesundheitsämter sowie
die Vertreterin der Gewerkschaft ver.di und geladene Referentinnen
aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.
Pressemitteilung: hier
Fr. 08. 05. 08
In der Freude um das aufregende Gerichtsverfahren und die sonstigen neuen
Eindrücke habe ich doch tatsächlich den Jahrestag von highLights verpasst.
Göttin, wie die Zeit vergeht! Vor 14 Jahren gründete ich die Agentur. Das ist
doch wohl auch ein Grund zum Feiern!
Mi. 06. 05. 09
Jubel + Trubel + Herzlichen Glückwunsch!
Das Urteil liegt vor: der "Salon Prestige darf weiter betrieben
werden." Damit hat das Verwaltungsgericht Berlin nach einer umfangreichen
Ortsbegehung und Zeugenvernehmung bestätigt, was wir als Beteiligte, BordellbetreiberInnen, Prostituierte und Experten schon
immer gesagt haben: dieses Bordell ist so unauffällig und störungsarm wie auch
die meisten anderen Berliner Wohnungsbordelle, weil dies dem besonderen
Betriebskonzept entspricht.
Nun können wir uns erst mal zurücklehnen und aufatmen, weil das positive Urteil Signalwirkung auf ähnliche Verfahren und auf die Haltung der Behörden haben wird.
Glückwünsche trafen vielfältig bei uns ein, von KollegInnen
und UnterstützerInnen aus der ganzen Welt - selbst
aus NAMIBIA.
weitere Infos unter dem Button EVENTS.
Di. 05. 05. 09
Der große Tag der
Entscheidung steht heute an: das Verwaltungsgericht Berlin wird über eine
Nutzungsänderung für einen bordellartigen Betrieb nach dem Baurecht
entscheiden. Ein Tag, auf den viele Standhafte und Unermüdliche, einige Jahre
hinarbeiteten und auf allen Ebenen der Politik für eine realistische
Einschätzung der Branche eintraten. Nun soll es das Gericht (wieder Mal)
regeln.
So. 03. 05. 09
Kempten im Allgäu ist wirklich eine Reise wert:
idyllisch
- mediterran und eine traumhaft schöne Umgebung.
Fr. 01. 05. 09
Den Tag der Arbeit versüßte ich mir mit Life-Jazz allerorten: auf
Kemptens Straßen, Plätzen und im Konzertsaal:
Beim 25. Kemptener Jazz Frühling spielten u. a.: just two plus one, Häns`che Weiss Ensemble und Lydia Schiller Band und viele, viele mehr.
So. 17. 04. 09
Als ordentliche Bikerin startet die Saison natürlich auch mit einem
Biker-Gottesdienst: bei strahlendem Sonnenschein, mit Würstchen, Kaffee und
Gottes Segen kann es losgehen:
Sa. 11. 04. 09
Jetzt geht es kräftig in der Frühling: die Bäume zeigen ein zartes grün, die ersten Blumen blühen, die Sonne scheint richtig
warm und strahlend, der Osterhase war schon da - mit Geschenken ............
und mein Motorrad läuft wie eine Eins. Juhu!
So. 05. 04. 09
Eine Farbenpracht - es sind zwar Hüte - aus Filz - aber sie machen Lust auf
Frühling und Sommer.
Mi. 01. 04. 09
Kein Aprilscherz - sondern eine überaus frohe Botschaft:
Endlich wird in Berlin über die Frage der Bewertung von bordellartigen
Betrieben und besonders den so genannten "Berliner Wohnungsbordellen"
in einem Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht verhandelt. Dabei
spielen die immer wieder erklärten Behauptungen der "milieubedingten
Begleiterscheinungen" und der "Störungen des Wohnumfeldes" eine
Rolle und müssen in einem Einzelfall bewiesen werden bzw. gilt es umgekehrt die
Seriosität, Ruhe, Anonymität und Fügung dieses Prostitutionssegmentes im
Wohnumfeld zu belegen.
In dem nun schon seit Jahren währenden Streit zwischen den bordellartigen
Betrieben und den Behörden, mit vielfältigen Interventionen der Politik, soll
nun die Judikative die Lösung finden.
Es geht spannend voran! Weitere
Infos....
Mi. 25. 03. 09
Herzlichen Glückwunsch BSD!

Heute vor 7 Jahren wurde der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e. V.
gegründet. Nach wie vor ist er als Berufsverband der Prostitutionsbranche und
als Zusammenschluss von SexarbeiterInnen und BordellbetreiberInnen wichtig und unverzichtbar. Entsprechend
der Satzungsziele setzt er sich ein
- für eine wirtschaftliche Verbesserung der jeweiligen Aktivitäten,
- für die Beseitigung jeglicher gesetzlicher Behinderungen dieses Gewerbes,
- für die Förderung des Ansehens von Prostitution und der Betriebe mit
sexuellen Dienstleistungen in der Gesellschaft
und die Vermittlung eines realistischen Bildes von Prostitution.
Wir werden ein bis zwei und auch mehr Gläschen auf ihn und uns trinken und
kräftig feiern.
So. 22. 03. 09
20.15 Uhr: Einen Krimi besonderer Art bot das Frauenblasorchester:
60 Frauen an Querflöten, Oboen, Fagott, Klarinetten, Altklarinette,
Bassklarinetten, Alt-Saxophone, Tenorsaxophone,
Baritonsaxophone, Trompeten, Waldhörner,
Tenorhorn, Baritonhörner,
Posaunen, Bassposaunen, Tuba, E-Bass, Schlagzeug und Percussion
begeisterten nicht nur mit den Titelmelodien vom Tatort, James Bond 007 und
Miss Mapple, sondern überzeugten das Publikum im
ausverkauften Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie mit ihrem umfangreichen
Repertoire und den unkonventionellen Überleitungen. Da konnte ich gut auf
meinen geliebten TATORT verzichten.
Mo. 09. 03. 09
Griselidis Real erhält neuen Ehrenplatz
Griselidis Real war eine faszininierende,
schweizer Kollegin. Sie verstarb im Mai 2005 und
wurde heute unter großer Beteiligung von Freunden aus der ganzen Welt
umgebettet auf den Genfer Ehrenfriedhof und liegt jetzt in der Nähe von
Politikern, Künstlern und Philosophen. Dem Reformator Jean Calvin könnte sie
zuwinken.
Mit der Aufnahme auf diesem bedeutenden Friedhof folgte die Stadtverwaltung
ihrem Wunsch, aber erweist auch gleichzeitig dem Leben und der Arbeit von Griselidis die ihr
zustehende Ehre und Bedeutung. Sie war Prostituierte, Schriftstellerin und
Malerin und trat immer geistreich, offen und kämpferisch für die Rechte der
Sexarbeiterinnen weltweit ein.
Ich bin ihr mehrmals begegnet und war immer beeindruckt von ihrem Charme und
ihrer Kompetenz, aber gleichzeitig auch ihrem gradlinigen und unbeugsamen
Einsatz für die Anerkennung der Prostitution.
So. 08. 03. 09
Die besten Glückwünsche für alle Huren zum Internationaler Frauentag!
Ja,
auch als Hure ist es wichtig, am Internationalen Frauentag sich seiner Rechte
zu besinnen, stille zu halten und sich über das Erreichte zu freuen und dann
erneut Kräfte zu sammeln für den weiteren, wohl noch unendlich währenden Kampf
um gleichen Rechte für Frauen.
Prostitution ist ein typischer Frauenberuf. Ich schätze, dass 95 % der
Sexarbeiter weiblich sind. Dagegen sind die weiblichen Bordellbetreiberinnen
stark auf dem Vormarsch: mehr und mehr Frauen machen sich - erfolgreich -
selbstständig mit einem eigenen Puff oder führen diesen schon seit vielen,
vielen Jahren. Die Mehrzahl der Kunden ist dagegen männlich - die Männer haben
halt das Geld!
Aber neben unserem Beruf als Sexarbeiterin sind wir natürlich in erster Linie
FRAUEN und da zählt die allgemeine Situation der Frauen auch für uns und hier
ist noch viel zu tun: noch immer verdienen wir Frauen in der Regel weniger als
die Männer, erreichen die schönen Jobs auf der oberen Karriereleiter in
Wirtschaft, Politik und Institutionen eher nicht und halten auch nicht so viel
Geld und Macht in Händen. Dafür sorgen wir für den Nachwuchs, für eine
menschlichere Welt in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen und
zuhause. Es hat sich also nicht viel geändert seit seiner Einführung in der
Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das
Wahlrecht für Frauen! So müssen wir am Ball und aktiv bleiben als feministische
Sexarbeiterinnen.
Die Partei DIE LINKE stellte im Bundestag den Antrag, dass der
Internationale Frauentag als offizieller Gedenktag anerkannt wird. Das würde
bedeuten, dass wir an den künftigen 08. März-Tagen offiziell frei hätten.
Mo. 02. 03. 09
Wer sich mal mit einer anderen, als bei uns üblichen Wohnbauweise in
viereckigen Häusern beschäftigen will, dem sei ein Ausflug nach Raddusch
im Spreewald empfohlen. In riesigen Rundbauten lebten die Slawen, wobei die
Außenwände aus Holz dem Schutz vor Feinden dienten. Dahinter, quasi in den
Wällen, schliefen die Slawen und ihre Tiere und unterhielten gewaltige Lager.
Im freien Innenraum gingen sie allen Arbeiten nach und lebten ihr Leben.
Sind Rundhäuser die neue Idee in der Architektur?
Fr. 27. 02. 09
In Hamburg wurde Domenica,
die berühmteste Hure Deutschlands mit einer beeindruckenden Trauerfeier und
einem anschließenden Trauerzeug vom Hans-Albers-Platz durch die Herbertstraße
geehrt.
Der Film-Ausschnitt gibt einen guten Einblick in Domenica`s
Leben und Arbeit und ihr Engagement für Sexarbeiterinnen und eine realistische
Betrachtung der Prostitution. Film
Mi. 25. 02. 09
A S C H E R M I T T
W O C H :
Ja, jetzt ist alles vorbei. Der Karneval = die fünfte Jahreszeit! Wo wir
ausgelassen sein konnten, über die Strenge schlagen
konnten, Dinge tun konnte, die man eigentlich nicht tut, aber die man jetzt mit
einer kleinen Beichte auch wieder ungeschehen machen kann. Man kehrt zum
Alltäglichen zurück und alles ist vorbei und vergessen.
Wenn da nicht die Erinnerung wäre und uns immer wieder erinnern würde. Dass es
schön war, wie wohl wir uns gefühlt haben, dass wir mal in eine andere Rolle
schlüpfen konnten und das schon immer wollten. Jetzt haben wir es ausprobiert,
werden uns erinnern und werden es wieder tun - wahrscheinlich.
Doch erst mal kommt die Fastenzeit - die ist auch schön!
Mi. 18. 02. 09
"Hast du Angst vor dem Tod?"
fragte der kleine Prinz die Rose.
Darauf antwortete sie: "Aber nein.
Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht
und meine Kräfte eingesetzt, soviel ich konnte.
Und Liebe, tausendfach verschenkt,
kehrt wieder zurück zu dem, der Sie gegeben.
So will ich warten auf das neue Leben
und ohne Angst und Verzagen verblühen."
Antoine de Saint-Exupery
Mo. 16. 02. 09
"Wenn wir wüssten,
wie kurz das Leben ist,
wir würden uns gegenseitig
mehr Freude machen."
Ricarda Huch
Do. 12. 02. 09
D
O M E N I C A ist
tot!
Domenica war wohl die bekannteste Hure Deutschlands. Sie arbeitete
viele, viele Jahre als Domina in der Hamburger Herbertstraße und trieb manch
bekannte und auch unbekannte Persönlichkeit durch ihr Studio. Bücher, Filme,
Schallplatten und Bilder geben Auskunft über ihr bewegtes Leben und Arbeiten.
Bekannt geworden ist jedoch als erste Hure Deutschlands, die schon in den 70er
Jahren ins Fernsehen ging, zu ihrem Beruf stand und die Prostitutionsbranche
von vielen Klischees befreite. Sie war wirklich kein Opfer - höchstens
ein Opfer der Doppelmoral und hatte bewiesen, dass der Beruf ohne Kriminalität,
Gewalt und Zwang, dafür frei und selbstbestimmt ausgeübt werden kann.
Sie trat in die Öffentlichkeit, als diese auf Prostituierte noch nicht
vorbereite war. Sie hatte keine Mitstreiterinnen - eine Hurenbewegung war noch
nicht in Sicht. Ich habe sie für diesen mutigen Schritt immer bewundert. Jetzt
haben wir sie nicht mehr. Sie war schon lange krank und ist heute in einer
Klinik in Hamburg gestorben. Wir haben eine Vorreiterin, Vorbild und mutige
Hure verloren.
Mi. 04. 02. 09
Das Leben ist kein Ponyhof! - Wirklich nicht?
Di. 03. 02. 09
"Fortbildung für Sexarbeiterinnen"! "Gibt`s nicht" -
behaupten die einen. "Geht nicht" - sagen die anderen! "Klappt
prima und macht richtig viel Spaß" - sage ich. Wir haben in den Puffs
zusammen gesessen, diskutiert, gelernt, Erfahrungen ausgetauscht und uns stark
gemacht, denn der Beruf der Prostituierten verlangt eine Menge an Basiswissen
z. B. zu Aspekten der Steuern, staatlichen Transferleistungen, den Rechten und
Pflichten - auch gegenüber den einzelnen Behörden ... und das alles neben dem
vielfältigen Service für die Kunden. Lernen und gleichzeitig arbeiten und Geld
verdienen geht gut!
Empowerment heißt das Zauberwort.
Fr. 23. 01. 09
Freude - Wellness - Genuss - alle Sinne wurden befriedigt und nachhaltig
können alle Batterien aufgetankt werden. Der Service macht`s und das Ambiente
ist ganz wichtig dabei. So kann der Gast ein "(Ent)spanntes und anregendes erotisches High Light erfahren,
beseelt nach Hause schweben, weil er es sich körperlich und seelisch hat gut
gehen lassen" - mit dem 6-Sinne-Programm in der
Fürstensuite des superschicken Liebestempels Liberty.


Di. 20. 01. 09
Die Lunchkonzerte im Foyer der Berliner Philharmonie sind längst kein
Geheimtipp mehr. Jeden Dienstag strömen vor 13 Uhr Berliner und Touristen, jung und alt zu diesem
kostenlosen Event. Es herrscht eine zwanglose Stimmung: einige haben sich
Klappstühle mitgebracht, andere sitzen direkt auf dem Boden oder tummeln sich
über die Treppen. Andere stärken sich noch schnell am Büfett. Treten die
Künstler dann auf das Podest, taucht alles ein in einen andachtsvollen Moment.
Das Geschnatter hört auf und selbst die kleinsten Kinder geben keinen Mucks
mehr von sich. Das Abenteuer Klassik beginnt und zieht immer wieder alle in
seinen Bann.
Jeden Dienstag wiederholt sich dieses Schauspiel mit wechselnden Künstlern und
immer neuem Repertoire. Danke an die Berliner Philharmoniker!
Mo. 19. 01. 09
Heute feiern wir 90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland.
Erst am 12. November 1918 erhielten wir Frauen das aktive und passive
Wahlrecht. Seitdem dürfen wir an allen Wahlen teilnehmen, d. h. unser Kreuzchen
machen und wir können als Volksvertreterinnen gewählt werden. Ein langer Kampf
der Frauenbewegung war dem vorausgegangen. So hatte schon Olympe
de Gouges 1791 im Zuge der französischen Revolution
u. a. die "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" verfasst.
Dafür war sie als Hochverräterin geköpft worden.
Die SPD hatte sich in Deutschland schon 1891 zum Frauenwahlrecht bekannt. Sie
konnte diese Forderung jedoch erst während der Novemberrevolution durch den
"Aufruf des Rates der Volksbeauftragten an das deutsche Volk"
durchsetzen. Verankert wurde das Frauenwahlrecht dann im Gesetz "Verordnung
über die Wahlen zur Verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung" vom
30. November 1918.
Erstmals nahmen Frauen in Deutschland dann am 19. Januar 1919 an der
Wahl zur Nationalversammlung teil.
Heute, nach nur 90 Jahren, scheint uns der lange Kampf um das
Frauenwahlrecht weder bewusst noch wichtig zu sein, bedenkt man die immer
geringer werdende Wahlbeteiligung. Vielleicht können wir uns auch nicht mehr
vorstellen, dass Frauen für dieses Recht sogar mit ihrem Leben bezahlten. Es
ist so selbstverständlich geworden, dass wir es sogar eher mit Füßen treten als
dafür eintreten und uns praktisch einmischen und die Politik mitgestalten.
Dabei könnte so vieles verbessert werden - allein im Bereich Prostitution!
Di. 13. 01. 09
In der Neuen Nationalgalerie Berlin sind noch bis Anfang Februar die äußert
umfangreichen Arbeiten des Malers Paul Klee zu bestaunen, quasi von seiner
gesamten Schaffenszeit (1879 - 1940). Das konnte ich mir natürlich nicht
entgehen lassen - zumal ein Museumsbesuch immer anregend ist: man wird mit
anderen Sichtweisen konfrontiert, kann seinen Horizont erweitern, Anregungen
nach Hause tragen oder sich einfach nur beglücken lassen.
Leider ist Herr KLEE nur ein Namensvetter.
Do. 01. 01. 09
Ein abwechslungsreiches Jahr voller neuer Erkenntnisse und Herausforderungen
ist zu Ende. Es hat mir viel Freude gemacht, sie mit Euch/Ihnen zu teilen.
Gerne schaue ich auf die gemeinsame Zusammenarbeit zurück und danke Allen ganz
herzlich.
Das bevorstehende neue Jahr wird sicher weitere gemeinsame Anstrengungen und
Unternehmungen erforderlich machen. Ich wünsche Allen einen guten Start ins
Jahr 2009 und die entsprechende Kraft und Freude, es erfolgreich zu gestalten.
Bleiben Sie gesund und munter.
Alle Blog-Einträge aus dem Jahre 2008 wurden ins Archiv gelegt!